Impuls vom 23.4.21

Hüte dich und bleibe still; fürchte dich nicht, und dein Herz sei unverzagt.
Jesaja 7,4

Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark!
1. Korinther 16,13

741 – 725 v. Chr. regierte Ahas als König in Juda. Damals wollte der König von Aram Juda mit seiner Armee angreifen. Ahas sollte durch einen anderen König ersetzt werden. Für Ahas und seine Familie bedeutete das Gefahr für Leib und Leben. Sie hatten deswegen große Angst, so wird es beim Propheten Jesaja erzählt. In dieser Situation sollte der Prophet Jesaja Ahas und seiner Familie mit einem konkreten Wort Gottes beistehen. Das ist der Hintergrund für die heutige Losung. Gerade werden wir nicht von einem fremden König und seiner Armee bedroht. Aber jeder kennt wohl Situationen, die wirkliche Angst machen. Können wir etwas lernen von Ahas und seiner Situation, wenn wir es mit der Angst zu tun bekommen? Ich denke ja. Und zwar glaube ich, dass Gott ein besonderes Herz für Menschen hat, die Angst haben. Und ich glaube, dass er ihnen auf unterschiedliche Weise beistehen möchte, zum Beispiel durch so ein konkretes Wort wie bei Ahas. Aber Gott hat auch andere Wege. Wichtig ist: Wenn er uns beisteht, dann sollen und dürfen wir seinen Beistand fröhlich empfangen und annehmen. Amen.

Jörg Matthies, Pfarrer der Marienkirchgemeinde im Striegistal

Impuls vom 22.4.2021

Losung
Die auf den HERRN sehen, werden strahlen vor Freude, und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden.
Psalm 34,6

Lehrtext
Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. Römer
12,12

Impuls für den Tag

Ein neuer Hauptaltar kam vor 200 Jahren in die Roßweiner Kirche. Zwischen zwei Säulen ein Altargemälde, darüber ein Strahlenkranz. Dort schaut aus einer kleinen Wolke ein goldenes Auge hervor. ŒGott sieht mich kann sich so jede und jeder sagen, der vor dem Altar steht oder im Kirchenschiff Platz nimmt.
Sich gegenseitig in die Augen schauen, ist mehr als sich angucken. Solch ein Blick ist ehrlich, verbindend, berührend. Über das Detail am Roßweiner Altar können ich und andere geteilter Meinung sein. Doch hier wollte der Künstler ein wenig nachhelfen, damit ich mit Gott Blickkontakt aufnehme. Nicht äußerlich, durch ein geschnitztes Auge über dem Altar. Sondern vielmehr innerlich für diesen Moment in der Roßweiner Kirche.
Dieser Blickkontakt zwischen Gott und mir wird auch im Psalm 34 beschrieben. Hier wird versichert: Ich muss nicht beschämt zu Boden schauen. Sondern ich werde vor Freude strahlen, wenn sich unsere Blicke treffen.
Für mich ist es gerade jetzt in diesen Tagen wichtig, dass mir dieser Blickkontakt mit Gott nicht verloren geht. Auch wenn die Wolke an Meinungen und Klagen solche Momente mitunter verschleiern. So gibt es dennoch die kurzen Augenblicke mit Gott. Sie lassen mich hoffen, geduldig sein und beten. Amen.

Pfarrer Heiko Jadatz aus Roßwein

Impuls vom 21.4.2021

Losung
Siehe, ich habe dich geprüft im Glutofen des Elends.
Jesaja 48, 10

Lehrtext
Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und euch ausstoßen und schmähen und verwerfen euren Namen als böse um des Menschensohnes willen. Freut euch an jenem Tage und tanzt; denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel.
Lukas 6, 22-23

Impuls für den Tag

Wer in der DDR groß geworden ist und sich zu seinem Glauben bekannte hatte es oft nicht leicht. Da wurde man vor der gesamten Klasse bloßgestellt, wenn man zur Christenlehre ging, von Veranstaltungen ausgeschlossen, ungerecht bewertet bis dahin, dass der Weg zum Abitur oder Studium verwehrt wurde. Aber auch heute, viele Jahre später werden auch in unserem Land Kinder und Erwachsene für ihren Glauben verspottet oder sogar angefeindet. Von Christen in anderen Ländern, die sogar verfolgt werden, ganz zu schweigen. Die Ansage: ŒSelig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen hassenƒ finde ich eine ziemliche Herausforderung. Aber was uns in unserem Leben an Leichtem oder Schwerem widerfährt lässt sich nicht immer beeinflussen.
Umso mehr beeindrucken mich Menschen, die aus einer besonderen inneren Stärke und Fröhlichkeit heraus leben, obwohl sie viel Schweres durchgemacht haben. Oft fallen sie gar nicht auf. Sie reden nicht davon … sie leben es einfach. Es ist ein Segen, diesen Menschen zu begegnen, weil sie mein wundes Herz wärmen und mir Kraft geben weiterzumachen. Weil sie mich spüren lassen, dass die Gewalten dieser Welt an Gott scheitern müssen. Weil sie mich anstecken mit einem Gottvertrauen, das mich singen und tanzen lässt. Schon jetzt.

Bezirkskatechetin Angelika Schaffrin aus Marbach

Impuls vom 20.4.2021

Losung
Gott sprach zu Noah: Siehe, ich richte mit euch einen Bund auf und mit euren Nachkommen und mit allem lebendigen Getier, dass hinfort keine Sintflut mehr kommen soll, die die Erde verderbe.
1.Mose 9,9-10.11

Lehrtext
Weicht nicht von der Hoffnung des Evangeliums, das ihr gehört habt und das gepredigt ist allen Geschöpfen unter dem Himmel.
Kolosser 1,23

Impuls für den Tag

Es war ein heftiger Streit. Ein richtiges Gewitter, das da nieder ging. Der Auslöser war ein schlechtes Klischee: Rosi fuhr bei Grün nicht sofort los, hinten hupte es und neben ihr wurde Hans laut. Den Rest der Fahrt schwiegen beide. Wieder Zuhause, lässt Rosi Hans wissen, wie ungerecht sie sich behandelt fühlt; Hans erwidert, dass sie übertreibe – „Wie immer!“. Dann geht er weg. Die Schlafzimmertür fliegt hinter Rosi zu, danach schließt sie die Augen und gibt den Tränen freien Lauf. Hans lässt sich lange nicht blicken. Natürlich liegt da mehr in den großen Gefühlen, das sich angestaut hat, als nur der Vorfall im Auto. Es dauert. Rosi erhebt sich vom Bett, geht zur Tür und drückt die Klinke herunter. Sie zieht die Tür vorsichtig auf und bemerkt überrascht: Hans steht an der Schwelle. Seine Augen sind ein bisschen feucht. Beide nehmen sich stumm in die Arme. Danach reden sie. Lange. Und über vieles. Und gehen ein Stück gemeinsam: über die große Wiese hinterm Haus. Als sie sich vor einem Hügel zum Selfie bereitstellen, setzt ein leichter Landregen ein. Hans drückt den Auslöser, dann eilen sie zurück. Drinnen, in der Küche, schauen sie gemeinsam auf das Bild. Im Hintergrund: ein Regenbogen. Und es sieht fast so aus, als würde er genau zwischen den beiden beginnen.
Da hat sich Versöhnung ins Bild gesetzt.
Beinahe biblisch. Vor allem aber: hoffnungsfroh.

Pfarrer Sebastian Schirmer aus Bockendorf

Impuls vom 19.4.2021

Losung
Der HERR festigt dem die Schritte, dessen Weg ihm gefällt. Kommt er zu Fall, so stürzt er doch nicht, denn der HERR stützt seine Hand.
Psalm 37,23-24

Lehrtext
In dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat.
Römer 8,37

Impuls für den Tag

Unsere heutige Losung klingt für mich fast wie eine Belohnung für Œgutes Christsein, eine Belohnung für ein konsequentes Leben in der Nachfolge Christi. Der HERR sagt uns: Wenn du, mein geliebtes Kind, mir nachfolgst, wenn du versuchst meine Gebote zu halten, wenn du dein Leben nach mir ausrichtest, werde ich deine Schritte in deinem Leben festigen. Folglich kann ich dadurch frohen Mutes in großem inneren Frieden durch das Leben ziehen. Ich darf gestärkt sein, denn ich habe ja feste, stabile Lebensstiefel an den Füßen. Auch wenn es mal steinig oder stürmisch zugeht, wenn Anfechtungen mich niederdrücken wollen, habe ich diese Zusage.
Aber natürlich bleiben auch diese Dinge in meinem Leben nicht aus. Da gibt es Nöte und Probleme, Ängste und Sorgen, Zweifel, aber auch immer wieder Versuchungen und Verlockungen, die uns vom rechten Weg – vom lebendigen Glauben – abbringen wollen. Unzählige Stolperfallen gefährden uns auf unserem Weg. Auch wenn es uns zu gut geht, kann das eine Stolperfalle auf unserem Lebensweg sein.
Und hier bekommen wir heute eine ganz liebevolle Zusage: Wenn du einmal stolpern solltest, werde ich dich wieder aufrichten. Ich stütze dich mit meiner starken Hand. Greif zu und nimm mein Angebot an.
HERR, hab Dank dafür! Amen.

Thomas Meyer aus Roßwein

Impuls vom 18.04.2021

Losung
Wer bin ich, Herr HERR, und was ist mein Haus, dass du mich bis hierher gebracht hast?
2. Samuel 7, 18

Lehrtext
Paulus schreibt: Gottes Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen.
1.Korinther 15,10

Impuls für den Tag

Eine kleine Geste mit großer Wirkung war vor über 50 Jahren der Kniefall von Warschau des deutschen Bundeskanzlers Willy Brandt. Ohne Vorankündigung kniete er zum Gedenken der Ermordeten des Warschauer Ghettos nieder und verharrte so einige Zeit. Als Geste der Entschuldigung für begangenes Unrecht im Dritten Reich wurde das wahrgenommen. Aber die demütige Haltung des Kanzlers der Bundesrepublik Deutschland hatte auch Folgen für die Zukunft. Ein neues Kapitel der Versöhnung zwischen den Machtblöcken Europas wurde damals aufgeschlagen.
Wenn Mächtige wissen, dass sie ihr Amt voller Demut führen müssen, dann entsteht Positives. Das Wort der heutigen Losung stammt von einem Mächtigen von vor 3000 Jahren. Er beugt sich allerdings nicht vor der Geschichte und nicht vor Unrecht und Leid. Er beugt sich vor Gott und geht innerlich auf die Knie, weil er weiß: Nur so kann ich gut herrschen und regieren, wenn ich mich einem ewigen Gott unterstelle und von ihm alles empfange.
Gut, wenn wir heute wissen, von wem wir Kraft und Hilfe empfangen können für unsere Aufgaben und Herausforderungen. Der Mensch, der an Gott glaubt, wird gerne vor ihm auf die Knie gehen. Er zeigt damit seinen Respekt vor einer Macht die höher ist als jeder Mächtige auf dieser Erde. Das geschieht vielleicht im Gebet. Und es geschieht im Wissen: Ich selber kann ja ohne seine Hilfe so wenig erreichen. Meine menschlichen Möglichkeiten sind immer begrenzt. Aber mit Gottes Hilfe kann Großes in meinem Leben geschehen. Probieren wir es doch einmal mit dieser Art von demütigem Kniefall.

Dekan Michael Karwounopoulos,Bad Urach/Baden-Württemberg

Impuls vom 17.4.21

Losung

Die Anordnungen des HERRN sind deutlich, sie geben einen klaren Blick.
Psalm 19,9

Lehrtext

Gebt dem Wort Raum, in dem Christus bei euch gegenwärtig ist. Lasst es seinen ganzen Reichtum unter euch entfalten. Unterweist und ermahnt einander mit aller Weisheit.
Kolosser 3,16

Impuls für den Tag

Was kommt uns in den Sinn, wenn wir die Worte Anordnungen, Befehle, Regeln und Gebote hören?

Verbinden wir damit etwa einen gewaltigen Kraftakt oder eine erdrückende Enge? Fürchten wir uns vor einem Lebensstil, der ermüdend und freudlos wirkt, wenn es nur um die Einhaltung irgendwelcher Gebote und Gesetze geht? Wie ist Gottes Wort zu verstehen, wenn es von Anordnungen und Geboten spricht?

Der Mensch ist auf eine klare Orientierung angewiesen, damit sein Leben und auch das Zusammenleben mit anderen gelingen kann. Gottes Wort fordert uns dazu heraus, unseren Lebensstil zu hinterfragen. Dabei geht es nicht um eine sture und freudlose Pflichterfüllung seiner Gesetze. Vielmehr geschieht die Ausrichtung nach Gottes Weisungen aus einer Beziehung heraus. Wenn wir Gott lieben und achten, entsteht in uns der Wunsch, seine Anordnungen und Gebote zu halten. Wir können es nicht aus eigenen Kräften schaffen, aber Gottes Geist bewirkt dies in uns, wie es in Hesekiel 36,27 heißt: „Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun.“ Öffnen wir uns für Gottes Anordnungen, damit wir durch seinen Geist zu einem gelingenden Leben mit Freude und Freiheit durchdringen.

Heike Dieken, Gemeindepädagogin aus Pappendorf

Impuls vom 16.04.2021

Losung
Nicht werde jemand unter dir gefunden, der Wahrsagerei, Hellseherei, geheime Künste oder Zauberei treibt. Denn wer das tut, der ist dem HERRN ein Gräuel.

Lehrtext

Epheser 5,9-11

Impuls für den Tag

Die Suche nach der Wahrheit hat Menschen schon immer beschäftigt. Ob in der Politik, den Religionen oder generell der Gesellschaft, überall wird das Wahrhaftige gesucht. Auch die momentane Corona Pandemie lässt uns nach der Wahrheit suchen. Wir können beobachten, wie Verschwörungstheorien sich immer mehr verbreiten, wie „Querdenker“-Gruppen immer größer werden.
Wie sollen wir uns als Christen verhalten?
Brav alle Regeln der Bundesregierung befolgen oder doch auf die Straße gehen und protestieren?
Auf die Politiker vertrauen oder Verschwörungstheorien verbreiten?
Im Lehrtext steht, dass wir prüfen sollen, was Gott gefällt und dass wir die unfruchtbaren Werke der Finsternis aufdecken sollen.
Was aber gefällt Gott? Vielleicht lohnt sich ein Blick in die Bibel. In Johannes 14 sagt uns Jesus: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“.
Klar dürfen wir hinterfragen, was in der aktuellen Situation mit uns passiert, wir dürfen uns Gedanken über die Wahrheit machen. Aber wir dürfen vor allem darauf vertrauen, dass Jesus die Wahrheit ist. Und darauf können wir uns immer verlassen.

Christian Stoll aus Hainichen

Impuls vom 15.4.21

Losung

Fröhlich lass sein in dir, die deinen Namen lieben.
Psalm 5,12

Lehrtext

Die Jünger wurden erfüllt von Freude und Heiligem Geist.
Apostelgeschichte 13,52

Impuls für den Tag

Wenn ich genau das mache, was mir liegt – dann ‚bin ich in meinem Element‘. Ich bewege mich darin ‚wie ein Fisch im Wasser’. Ich bin fröhlich, voller Freude, ausgelassen und glücklich. Es passt. Ich bin in dem was ich mache zu Hause. Ich bin eben ‚in meinem Element’. In Anbetracht der derzeitigen Umstände, wird ‚fröhlich sein‘ zur Herausforderung. Regierende üben sich in Uneinigkeit und lassen es mich spüren. Alles wirkt irgendwie unsicher. ‚Wie kann ich da noch in meinem Element sein?‘. ‚Fröhlich soll mein Herze springen!‘ – ER lässt es fröhlich springen. Gott gibt mir die Fröhlichkeit zurück, die andere mir nehmen oder nehmen wollen. In dieser Zuversicht und Hoffnung bin dann doch in ‚meinem Element‘. Finde Fröhlichkeit, wo scheinbar keine Fröhlichkeit mehr ist. Oh, wie DANKBAR ich doch bin, dass Er in mir ‚lebt und webt.‘ Amen.

Thilo Handschack, Gleisberg

Impuls vom 14.04.2021

Losung
Der HERR hatte sie fröhlich gemacht.
Esra 6, 22

Lehrtext
Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.
Lukas 10, 20

Impuls für den Tag

ŒFroh zu sein bedarf es wenig … – Sicher kennen Sie diesen Spruch und wissen auch, wie er weitergeht. Vielleicht haben Sie ihn auch schon als Kanon fröhlich mitgeschmettert. Ist aber dieser Satz nicht viel zu naiv?
Immer wieder kommen traurige Dinge, wo jede Fröhlichkeit im Hals stecken bleibt. Sie können Krankheit, Unfrieden, Hilflosigkeit oder auch Corona heißen. Weit weg von aller fröhlichen Stimmung. Die Losung weist auf Gott hin, der Freude schenkt. Mitunter kann da aber eine lange Durststrecke vorausgehen. So damals bei den Israeliten: Nach überstandener Gefangenschaft und ersehntem Wiederaufbau des Tempels erst kam die Erfahrung, wie Gott sie nun fröhlich gemacht hat. Wer möchte, kann das im Buch Esra nachlesen. Doch auch in dunklen Zeiten sollten wir Augen und Ohren offen halten für kleinere oder größere Lichtblicke; eine kleine Blume, ein Sonnenstrahl, ein liebes Wort oder ein neuer Hoffnungsschimmer. Lichtblicke, mit denen Gott uns vielfältig auch da nahe sein und Freude schenken möchte.
In welcher Stimmung sind Sie heute? Möge uns Gott mit seiner Nähe immer wieder neu fröhlich machen. Eine Hilfe dabei kann auch das Singen sein. Und sei es mit dem altbekannten Kanon:
ŒFroh zu sein bedarf es wenig, und wer froh ist, ist ein König!

Stefan Gneuß (Kirchenmusiker/Gemeindepädagoge Hainichen)