Impuls für Mittwoch, 31. Mai 23

Losung
Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Reigen, du hast mir den Sack der Trauer ausgezogen und mich mit Freude gegürtet.
Psalm 30,12

Lehrtext
Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.
Römer 15,13

Impuls für den Tag

Erna ist 87 Jahre. Ihr Leben plätschert so dahin, würde sie vielleicht sagen. Manches beklagt sie: Viele Verstorbene; oft eintönige Tage; und jetzt noch eine neue Heizung? Sorge nährt das Klagen, wenn sie sich am Fenster mit Passant:innen unterhält. Aber in die Kirche geht sie noch. Das war immer so. Am Karfreitag hat sie die traurige Musik gehört und auf den abgeräumten Altar geblickt – das passte gut zu ihrer Verfassung. Am Sonntag darauf ging sie wieder in die Kirche. Ostersonntag. Auf dem Weg in die Kirche kommt sie an einem prächtig blühenden Kreuz vorbei. Da macht ihr Herz einen ersten kleinen Satz – so etwas hat sie lange nicht gesehen. Und als der Gottesdienst beginnt, kommt einer rein und tanzt – putzig sieht das aus, aber im Gottesdienst!? Sie müht sich noch mit dem Anblick, da erheben sich die Leute umher, treten aus den Bänken in die Gänge, Musik erklingt und ein Reigen beginnt. Die Gemeinde tanzt und Erna unwillkürlich mit – alle gemeinsam tanzen einen Reigen in der Kirche. Da schwindet nur für einen Moment die Tristesse der Tage. Und Freude zieht ein. Etwas Freude, die die Klage verwandelt und Frieden im Glauben schöpft. Möge der Pfingstgeist das auch in euch und Ihnen bewirken! Amen.

Sebastian Schirmer, Leipzig

Impuls für Dienstag, 30. Mai 23

Losung
Ist denn die Hand des HERRN zu kurz?
[4.Mose 11,23]

Lehrtext
Jesus spricht: Wahrlich, ich sage euch auch: Wenn zwei unter euch einig werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel.
[Matthäus 18,19]

Impuls für den Tag

Auf die Frage unseres Losungstextes bin ich geneigt einfach ŒNein zu sagen. Nein, die Hand unseres lebendigen HERRN ist niemals zu kurz. Aber vergessen wir das hin und wieder mal? Schmeißen wir die Flinte manchmal zu schnell ins Korn, wie eine Redewendung sagt, wenn man zu schnell aufgegeben hat? Wie schnell nehmen wir eine schwere Sache einfach so hin?
Auch Mose hatte es damals mit dem Volk Israel, dass er durch die Wüste führte, richtig schwer. Da wurde gemurrt und gejammert. Er war kurz davor, zu kapitulieren und jede Hoffnung und allen Glauben wegzuwerfen. Genau jetzt sagte Gott zu ihm ŒIst denn die Hand des Herrn zu kurz? Und Gott selber lieferte umgehend auch den Beweis dazu: ein Wind trägt kurz darauf riesige Schwärme von Wachteln ins Lager der Israeliten. Das leckere Fleisch fliegt dem Volk in rauen Mengen zu.
Beweist diese Geschichte, dass es immer Hoffnung gibt? Nein, ein Beweis ist es wohl nicht. Schließlich kennen auch wir Beispiele, in denen Gottes Hilfe nicht so wie erhofft eingetroffen ist. Vertrauen wird immer ein Wagnis bleiben. Aber Gott vergisst nicht, wer auf ihn vertraut. Sein Arm ist nicht zu kurz. Wer auf ihn vertraut, wird dies immer wieder erfahren.

Thomas Meyer aus Roßwein

Impuls für Pfingstmontag, 29. Mai 23

Losung
Mein ist das Silber, und mein ist das Gold, spricht der HERR Zebaoth.
Haggai 2,8

Lehrtext
Die Menge der Gläubigen war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam.
Apostelgeschichte 4,32

Impuls für den Tag

Die Kronjuwelen der Könige von England sind so wertvoll, dass sie nur zum Anlass der Königskrönung aus ihrem hoch gesicherten Ort im Tower von London herausgeholt werden. Sie gelten als eine der wertvollsten Kunstschätze der Welt.

Da will uns der Prophet Haggai heute sagen, was wirklich wertvoll ist. Sicher kennt er solche wertvollen Schätze aus den damaligen Herrschaftshäusern. Aber er weiß: Das Vertrauen auf Gott ist wertvoller als alles. Der Glaube an den, der helfen kann, ist wichtiger als alle Reichtümer.
Und wir Menschen? Uns schmückt der Glaube an den lebendigen Gott mehr als alles Materielle. Die ersten Christen waren so fest im Glauben an die Auferstehung Jesu verwurzelt, dass Besitz ihnen unwichtig wurde. Die Nähe zu Jesus war ihnen wertvoller als materielle Dinge anzuhäufen.

Vielleicht können wir uns etwas von dieser Einstellung bewahren als Christen, damit wir lernen, das Wichtige vom Nebensächlichen zu unterscheiden. Dazu gebe uns Gott den Glauben und das Vertrauen.

Dekan Michael Karwounopoulos/Bad Urach

Impuls für Sonntag, 28. Mai 2023

Losung
Ich selbst will, spricht der HERR, eine feurige Mauer rings um Jerusalem her sein.

Lehrtext

Apostelgeschichte 2,1.3-4

Impuls für den Tag

Die Bibel verwendet starke Worte, wenn sie von Pfingsten und dem Heiligen Geist spricht. Wir lesen von Feuer, von zerteilten Zungen und volkommener Erfüllung. Menschen sollen plötzlich in anderen Sprachen geredet haben.
Alles wirkt ein wenig übertrieben. Aber warum beschreibt es die Bibel dann so?

Meine eigenen Erfahrungen mit dem, was ich Heiliger Geist nenne, würde ich vielleicht ähnlich beschreiben. Natürlich bin ich nicht plötzlich in Flammen aufgegangen. Aber das, was in meinem Herz passierte, fühlte sich auf jeden Fall warm und lebendig an. Da war eine tiefe Erfüllung, die in einer Begeisterung für Gott gipfelte.
Heute erinnern wir uns an das biblisch geschilderte Pfingstgeschehen. Und das Feuer, das auf die Jünger Jesu kam, dürfen wir auch heute auf uns kommen lassen.

Christian Stoll aus Rostock

Impuls für Samstag, 27. Mai 2023

Losung
Treu ist Gott und kein Böses an ihm, gerecht und wahrhaftig ist er.
5. Mose 32,4

Lehrtext
Daran erkennen wir, dass er in uns bleibt: an dem Geist, den er uns gegeben hat.
1. Johannes 3,24

Impuls für den Tag

„Yes, we can“ – dieser Slogan hat den Amerikanern in einer Krise neuen Mut gegeben und Barack Obama damals zum Präsidenten gemacht. Wir können es schaffen. Wenn wir anpacken. Die Ärmel hochkrempeln. Uns mit aller Energie für das Richtige einsetzen. Unbequeme Entscheidungen nicht auf die lange Bank schieben. „Yes, he can“ Gott kann! Wenn ich so darüber nachdenke: Ja, Gott hat auch in meinem Leben unter Beweis gestellt: Er kann! Er ist treu, zuverlässig, gerecht. Ich weiß nicht, vor welchen Herausforderungen Sie stehen. Oder welches Versagen Sie quält. Oder was sonst Sie nicht schlafen lässt. Manchmal hilft ein einfacher Satz, den man sich vergegenwärtigt: „Aber er kann!“. Und dann denken Sie darüber nach, wo in Ihrem Leben sich Gott als treu, gerecht und wahrhaftig erwiesen hat. Wenn Sie eine Weile nachdenken: Ich bin sicher, es fällt Ihnen etwas ein. Sollte er sich nun so plötzlich geändert haben? „Aber er kann“ und dann merken Sie vielleicht: „Yes, we (oder I) can“ – mit Gottes Hilfe. Das hat übrigens Barack Obama in seinem Amtseid damals auch gesagt!

Thilo Handschack

Impuls für Freitag, 26. Mai 2023

Losung
Der HERR, unser Gott, ist gerecht in allen seinen Werken, die er tut.
Daniel 9,14

Lehrtext
Gott zeigt seine Gerechtigkeit jetzt, in dieser Zeit: Er ist gerecht und macht gerecht den, der aus dem Glauben an Jesus lebt.
Römer 3,26

Impuls für den Tag

Verfolgen Sie gern Gerichtsurteile? Von besonders beeindruckenden Exemplaren davon erfährt man dann oft in Funk oder Presse. Und nicht selten lösen diese Kopfschütteln aus: Was hat sich ein Richter bloß dabei wieder gedacht? Jeder hatte ein gerechtes Urteil erwartet!
Doch mit der Gerechtigkeit ist es nicht einfach. Eltern und Erzieher können ein Lied davon singen. Zerstrittene Nachbarn liegen sich genau so wie mächtige Staatsmänner in der Wolle. Stets ist jeder fest überzeugt, dass er im Recht ist.
Heute werden wir in der Losung an die Gerechtigkeit Gottes erinnert. Die ist für uns auch nicht immer einfach zu verstehen. Spätestens dann, wenn Gottes Handeln so ganz anders ist, als wir es für gut und richtig gedacht hätten. Noch schwieriger wird es, wenn Gott uns Menschen nach seinen Gerechtigkeits-Maßstäben ansieht und beurteilt: Keiner könnte bestehen. Doch gleichzeitig bietet er uns Gerechtigkeit an. Durch den Glauben an Jesus, dessen Tod und Auferstehung, vergibt er unsere Sünden. Ist das nun gerecht? Eigentlich nicht. Es ist Gnade. Doch diese sollten wir annehmen. Dann dürfen wir sie ganz direkt erfahren: Die Gerechtigkeit Gottes.

Stefan Gneuß (Hainichen)

Impuls für Donnerstag, 25. Mai 2023

Losung
Und du Bethlehem Erfrata, die du klein bist unter den Tausenden in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist.
Micha 5,1

Lehrtext
Groß ist, wie jedermann bekennen muss, das Geheimnis des Glaubens: Er ist offenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit.
1. Tim 3,16

Impuls für den Tag

Woran glaubst du?
Als wir vor Jahren mit den Konfirmanden unserer Kirchgemeinde über das apostolische Glaubensbekenntnis der Christen redeten, wurde deutlich, wie schwer manche Zeile für die Jugendlichen zu verstehen war. Wie sie manche Aussage innerlich ablehnten und wie es ihnen andererseits nicht möglich war, ein persönliches Glaubensbekenntnis zu schreiben. So schickte ich die jungen Leute auf die Straße, in ihre Familien und bat sie, andere nach ihrem Glauben zu fragen. Die Ergebnisse sollten ihnen helfen, sich darüber klar zu werden, woran sie glauben. Sie stellten fest, dass auch die meisten der Gefragten keine fertige Antwort hatten. Geheimnis des Glaubens! – das war eine Aussage, auf die wir uns einigen konnten. Aber nicht aus Unwillen, unseren Glauben in Worte zu fassen, sondern aus dem Unvermögen heraus, die vielen Glaubensaussagen in eine Form zu schreiben. Bis einer der Konfirmanden danach fragte, welche Worte die Menschen der Bibel für ihren Glauben gefunden hätten. Wir lasen zusammen den Abschnitt aus dem Brief des Paulus an Timotheus. Das Glaubensbekenntnis der Konfirmanden lautete danach: Ich glaube an Jesus Christus, Gottes Kind.
Woran glaubst du?

Diemut Scherzer aus Hainichen

Impuls für Mittwoch, 24. Mai 2023

Losung
Wenn mein Geist in Ängsten ist, so kennst du doch meinen Pfad.
Psalm 142,4

Lehrtext
Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.
Matthäus 11,28

Impuls für den Tag

ŒIch glaube, wir haben die Abfahrt verpasst! Mit unserem Auto sind wir in Brasilien unterwegs. Auf unserer Tour müssen wir die 12-Millionen-Metro- pole Sao Paolo durchqueren. Und schon sind wir mittendrin im Hochhausdschungel und Straßen- dickicht. Der Verkehr auf der ŒEixo Monumental, der Ost-West-Achse der Stadt, ist unglaublich: Zwölf Fahrspuren nebeneinander. Autos dicht an dicht. Und wir haben kein Navi! Wenn wir jetzt falsch abbiegen, dann ist die Messe gelesen. Ich bin hochkonzentriert. In meinen Adern pulsiert das Adrenalin. Irgendwie müssen wir die Abfahrt zur ŒBR 116 finden. Aber wie?
Ob im Dschungel einer Großstadt oder im Dickicht unserer alltäglichen Kämpfe: Schnell verlieren wir die Übersicht. Schnell erreichen wir die Grenzen unserer Kraft. Schnell packt uns Angst. Sorgenvoll fragen wir: Werde ich einen Ausweg finden? Werde ich diese Etappe gut überstehen? Gott sieht meine Angst. Er kennt meine Fragen. Und das Beste: Er hat einen Plan! Manchmal geht kein Weg dran vorbei: ich muß mittendurch. Durch Konflikte und Kämpfe. Durch Schmerzen und krasse Probleme. Aber mit Gott werde ich es schaffen! Er ist dabei. Er hält mich fest. Er führt mich einen guten Weg.

Reinhard Pilz, Hainichen

Impuls für Dienstag, 23. Mai 2023

Losung

So habt nun acht, dass ihr tut, wie euch der HERR, euer Gott, geboten hat, und weicht nicht, weder zur Rechten noch zur Linken.

Lehrtext
Jesus sprach: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«. Dies ist das höchste und erste Gebot. Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
Matthäus 22,37-39

Impuls für den Tag

Für Israel sind die zehn Gebote die „Thora“. Oftmals wird die Thora mit „Gesetz“ übersetzt. Doch die richtige Übersetzung lautet: Unterweisung, Führung, Wegweisung.
Dadurch wird deutlich, dass die Gebote Gottes keine Einengung oder Freiheitsberaubung sind. Sie sind Leitplanken auf den Straßen des Lebens. Keine Strafandrohung Gottes, kein Holz- oder Irrweg, sondern eine Weisung für das Leben bis hin zum ewigen Leben.
Wegweiser zeigen eine Richtung an. Sie zwingen niemanden, diesen Weg auch zu nehmen. So stellt Gott uns vor die Wahl: Haltet meine Gebote, so werdet ihr leben. (2.Mose 18,5).
Die Liebe zu Gott ordnet alles andere in unserem Leben und bringt es ins richtige Verhältnis.
So ordnet die Liebe zu Gott unsere Beziehungen untereinander. Wir bleiben davor bewahrt, Menschen zu vergöttlichen und uns von ihrem Wohlwollen abhängig zu machen. Kein Mensch darf einen anderen Menschen beherrschen wollen und sich zum Tyrann erheben, auch nicht zum Familientyrann oder Klassentyrann. Die Liebe Gottes und seine Wegweisung in den Geboten zeigen uns den Weg zum Leben.

Renate Henke, Pfarrerin in Meißen

Impuls für Montag, 22. Mai 2023

Losung
Ich pries die Freude, dass der Mensch nichts Besseres hat unter der Sonne, als zu essen und zu trinken und fröhlich zu sein. Das bleibt ihm bei seinem Mühen sein Leben lang, das Gott ihm gibt unter der Sonne.

Lehrtext

Philipper 4,4

Impuls für den Tag

Ein Holzhaus wird gebaut. Es wird morgens angefangen. Zunächst werden die nummerierten Balken sortiert und an Ort und stelle getragen. Dann werden diese präzise auf einander gestapelt, Schicht für Schicht. Am ersten Tag ist noch nicht viel zu sehen, das Gebäude ist schon zu erahnen. Nach einer Woche ist dann Richtfest der Rohbau steht. Ein Richtspruch, Sparrennägel vom Bauherrn und seiner Frau eingeschlagen bilden den Abschluß der Zeromonie. Nun wird gefeiert gibt es Essen und Trinken für die Bauleute und Freunde. In einer fröhlichen Runde wird das geschaffte betrachtet, die Schwierigkeiten bedacht und der Schabernack aufgewärmt. Besser als das geht es nicht.

Auf dieses Fest hin haben die Bauleute und Helfer hingearbeitet, dass war das Ziel denn es gibt eben nichts besseres unter der Sonne auf Erden als Essen und Trinken und Fröhlich sein!

Bei allen Mühen und Anstrengungen ist die Freude eine wichtige Stütze im Leben und Glauben, das wußte schon der Prediger vor mehren Tausend Jahren. Wir dürfen mit gutem Gewissen Essen und Trinken und Fröhlich sein!

Amen

Martin Creutz, Döbeln